Die zweite Welle

Es kam so, wie es viele bereits vorausgeahnt haben. Mit der kühlen Witterung und der einhergehenden alljährlichen Grippesaison steigen nun auch die Coronafallzahlen sprunghaft an und erreichen mittlerweile Jahreshöchstwerte.

Und so kam es, wie viele schon befürchtet haben. Die Politik fasst neue - kaum zu überblickende - Coronaregeln und erlässt fleißig Kontaktbeschränkungen. Der Bund versucht zur gemeinsamen Standardisierung von Corona-Vorgaben in der Bundesrepublik ein gemeinsames Regelwerk zu schaffen, was von den Ländern (dazu gehört auch Bayern!) unmittelbar wieder in unterschiedlicher Intensität verschärft wird. So entsteht ein kaum zu überblickendes Regelungswirrwarr. Wir versuchen aber für Sie den Überblick zu behalten. Wenn Sie sich bei manchen Vorgaben nicht sicher sind, sprechen Sie uns bitte an.

Das Allerwichtigste in der aktuellen Ausbreitungsphase von Corona für Ihr Unternehmen ist allerdings: Jetzt nicht leichtsinnig werden!

Wir leben nun mittlerweile über ein halbes Jahr mit der Pandemiebedrohung. Durch die deutliche Abschwächung der Gefährdungslage in den Sommermonaten hat sich vielerorts in Unternehmen ein laissez-fairer Umgang mit den Pandemieregeln eingestellt. Man verspürt auch eine verständliche Coronamüdigkeit. Zudem hat sich die anfängliche Angst gegenüber der Pandemie - so scheint es zumindest - bei vielen Mühlenmitarbeitern totgelaufen. Doch mit zunehmender Inzidenz steigt nicht nur der politische, wie auch im verlängerten Arm behördliche, rigide Umgang mit dem Thema wieder an, sondern mit den steigenden Fallzahlen nimmt auch die Wahrscheinlichkeit in unseren Mühlenbetrieben wieder zu, dass infizierte Mitarbeiter ganze Unternehmensteile in Quarantäne versetzen. Dabei handelt es sich nicht um eine hypothetische Gefahr - einige aktuelle Fälle führen uns dies eindrucksvoll vor Augen!

Deshalb meine Bitte an Sie: Schützen sie Ihr Unternehmen in erster Linie vor dem Virus und in zweiter Linie vor den einhergehenden Quarantänemaßnahmen!

Das können Sie aktuell tun: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter nochmals auf die einschlägigen Hygieneregeln. Lüften Sie die Büroräume mehrmals täglich. Teilen Sie Ihre Mühle, wenn diese groß genug ist, in unterschiedliche Betriebsbereiche auf und minimieren Sie den Kontakt der Mitarbeiter untereinander - auch in den Pausen. Bei möglichen Quarantänemaßnahmen Ihrer Mitarbeiter können diese so auf die jeweiligen Arbeitsbereiche beschränkt werden und der Gesamtbetrieb kann weiter produzieren. Mitarbeiter sollen grundsätzlich 1,5 m zueinander Abstand einhalten. Sollte eine Aufteilung in unterschiedliche Betriebsbereiche und Schichten aufgrund der Verzahnungen in den Prozessabläufen in der Mühle nicht möglich sein, empfiehlt es sich zumindest die LKW-Fahrer nach Möglichkeit zu separieren, um die Logistik im Krisenfall aufrecht zu erhalten. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter auch darauf hin, auf unnötige Sozialkontakte (Feierlichkeiten, Fahrgemeinschaften, versteckte Partys etc.) zu verzichten. Und besonders wichtig: Wenn Mitarbeiter grippeähnliche Symptome zeigen, sollen diese besser frühzeitig zu Hause bleiben. Im Coronafall erweist man dem Mühlenbetrieb keinen Gefallen, wenn weitere Personen angesteckt werden oder eine 14-tägige Quarantäne einhalten müssen.

Ihr

Dr. Josef Rampl

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