Müllerhandwerk ist jetzt immaterielles Kulturerbe

Wie die Müllergilde mitteilt, wurde zusammen mit 17 weiteren Kulturformen die traditionelle Handwerksmüllerei in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Das Expertenkomitee würdigt dabei die Handwerksmüllerei in Wind- und Wassermühlen als wichtigen Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Müllerhandwerks.

Weiter heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Deutschen UNESCO-Kommission und Kultusministerkonferenz, dass die Maßnahmen zur Vermittlung des Handwerks und der damit verbundenen vor- und frühindustriellen mühlentechnischen Kenntnisse sowie Erfahrungswerte überzeugen. Sie sichern sowohl die Pflege als auch die Weitergabe des spezifischen handwerklichen Wissens und Könnens durch Unterstützung der Handwerksmüllerausbildung. Dieser Kulturpflegeansatz überzeugt auch im Zusammenspiel mit seinen denkmalpflegerischen Aspekten, so im Schreiben der Kommission weiter.

Um das traditionelle Müllerhandwerk als lebendiges kulturelles Erbe zu erhalten, wurde am 19. Februar 2017 in Bardowick bei Lüneburg der Verein ,,Die Müllergilde - Interessengemeinschaft für das traditionelle Müllerhandwerk und historische Mühlen e.V." (Kurzform: Die Müllergilde e.V.) gegründet. Der Verein verfolgt sein Ziel insbesondere durch die Pflege und Vermittlung der traditionellen handwerklichen Müllerei in Verbindung mit der Erhaltung und dem Betrieb historischer Mühlen als Kultur- und Technikdenkmale.

Für die Bewerbung zum Immateriellen Kulturerbe konnte die Müllergilde bundesweit etwa 50 aktive Mühlen (gewerbliche Mühlenbetriebe und ehrenamtlich betriebene Wind- und Wassermühlen) sowie einige Mühlenvereine als ideelle Unterstützer gewinnen.

Der weltweit beachtete Titel "Immaterielles Kulturerbe der Menschheit" beinhaltet keine finanzielle Förderung seitens der UNESCO. Wird eine kulturelle Ausdrucksform in ein nationales Verzeichnis (wie im Fall der Müllergilde bzw. der Handwerksmüllerei) oder eine der internationalen Listen des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, fördert dies den Respekt und die Wertschätzung gegenüber den betreffenden Gemeinschaften, Gruppen und Individuen und ihrem Immateriellen Kulturerbe. Eine Anerkennung durch die UNESCO hilft auch, kulturelle Ausdrucksformen dauerhaft durch kulturpolitische Maßnahmen zu schützen.

Immaterielles Kulturerbe bewirkt, dass Menschen sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlen. Die kulturelle Ausdrucksform (in unserem Fall der Handwerksmüllerei) vermittelt ein Gefühl von Kontinuität und Identität und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist die Bewahrung traditioneller und zugleich zeitgenössischer kultureller Ausdrucksformen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Immaterielles Kulturerbe hat aber nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Bedeutung: Einerseits sind das über Generationen überlieferte Wissen und die damit verbundenen vielfältigen Fähigkeiten, zum Beispiel Handwerkstechniken in der Müllerei, eine wichtige kulturelle Ressource. Andererseits geht es auch um das Produkt dieser Kenntnisse und Fähigkeiten, also die hergestellten Mehle, Schrote usw.

Eine große Auszeichnung, die stolz macht. Der Bayerische Müllerbund gratuliert sehr herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung.

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